… ist weniger kompliziert, als angehende Züchter sich vorstellen 😉

Nun ist es amtlich: Du warst mit der ganzen Familie beim Ultraschall und ihr seht noch immer die 4 kleinen Herzchen schlagen, die vor euch auf dem Bild erschienen sind. Besonders deine Tochter ist jetzt schon hin und weg. Kaum zu glauben – unsere Emma wird tatsächlich Mutter! Wie soll es nun weitergehen?

Für Neugierige: Lieber Ultraschall als Röntgen

Generell gilt: Der Ultraschall kann ab dem 17. Tag, sicherer aber erst ab dem 25. Tag durchgeführt werden. Von Röntgenuntersuchungen rate ich ab: Sie erlauben zwar eine genaue Bestimmung der Welpenanzahl, sind aber auch krebsfördernd.

Entspannung, bitte 🙂

In den ersten Wochen brauchst du deine Hündin nicht gesondert zu behandeln – die Föten sind noch viel zu klein, als dass sie überdurchschnittlich viele Nährstoffe von der Mutterhündin abzapfen würden. Trotzdem solltest du natürlich schon jetzt darauf achten, das Muttertier vor Stress zu schützen. Aktuelle Forschungen in der Epigenetik zeigen, dass Umwelteinflüsse sich über mehrere Generationen vererben können! Schläge auf die Bauchregion sind ja sowieso auch außerhalb der Tragzeit und an sämtlichen Körperteilen ein No-Go.

Übrigens rate ich dir, eine badefreudige Hündin nicht in allzu kaltes Wasser zu lassen: Das könnte ein echter Kälteschock für die ungeborenen Welpen sein. Sowas soll sogar schon zu Fehlgeburten geführt haben.

Auch, wenn die Gewissheit gekommen ist: Freu dich lieber auf die Welpen, als vor Sorge um die Mama schlaflose Nächte zu erleben. Befolge einfach ein paar wenige Grundregeln, wie ich sie eben schon genannt habe.

Ab der dritten Woche kannst du langsam beginnen, ein gehaltvolleres Futter zuzumischen.

Wichtig ist dabei, dass es wirklich eine höhere Energie- und Nährstoffdichte enthält. Nicht einfach mehr füttern! Das klappt meistens nicht.

Saure Gurken mit Schlagsahne?

puppy-1284673_640Einige unserer Hündinnen verloren kurzzeitig auch den Appetit – ich glaube, das ist ähnlich wie mit Menschen und hat sich bisher immer nach einer guten Woche wieder normalisiert.

Umso wichtiger ist gehaltvolles Futter, sodass die angehende Mama nicht über ihren Hunger hinaus fressen muss, um genug Nährstoffe zu bekommen.

Achte auf ihr Verhalten! Je größer die Welpen werden, desto weniger Platz wird dem Magen deiner schwangeren Tomate eingeräumt.

Mit Fortschritt der Tragzeit sollte ihre tägliche Ration auf kleine Portionen aufgeteilt werden. Auch hier gibt es keine allgemeingültige Zeit- und Grammangabe – höre einfach auf deine Hündin!

Wir haben festgestellt, dass unsere Damen etwa 24 bis 48 Stunden vor der Geburt nichts mehr fressen möchten. Falls es also soweit sein sollte, mach dir keine Sorgen und hole lieber nochmal eine extra Mütze Schlaf raus 😉

 

Vitaminpräparate – unnötig

Von zusätzlichen Vitamingaben während der Tragzeit halte ich nichts. Übermäßige Gaben beispielsweise von Vitamin A können zu Missbildungen bei den Welpen führen. Als Biologin sehe ich die Gabe isolierter Wirkstoffe sowieso sehr skeptisch, denn diese kommen in der Natur immer im Verbund mit anderen Wirkstoffen vor. Die allermeisten Wechselwirkungen untereinander sind noch gar nicht erforscht und niemand kann wissen, welche Auswirkungen hohe, isolierte Vitamingaben tatsächlich haben können – auch dann, wenn in Studien erstmal nichts gefunden wurde.

Langzeittests gibt es nur zu den wenigsten Stoffen, doch ich schweife ab. Der erhöhte Vitamin- und Mineralstoffbedarf deiner Prinzessin wird durch die erhöhte Futtermengen der Regel mehr als gedeckt. Hast du dennoch Zweifel, ziehe vorher einen Tierarzt zu Rate.

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Schwangerengymnastik

Was solltest du sonst noch beachten? Viele Herrchen und Frauchen meinen, ihrer tragenden Hündin zu viele Ruhe gönnen zu müssen. Das Gegenteil ist der Fall! Es  wäre nicht nur Tierquälerei, die werdende Mutter aus gutgemeinten Gründen zu schonen, es erleichtert auch die Geburt enorm, wenn sie Gelegenheit zur körperlichen Betätigung bekommt. Innerhalb von 63 Tagen können schon viele Muskeln schwächer werden, das geht schneller, als du glaubst.

Natürlich sollte man es mit der Bewegung auch nicht übertreiben. Einfach das normale Spazier-Pensum beibehalten. Natürlich solltest du auf „Extremsport“ wie anstrengendes Agility oder schwere Arbeitseinsätze verzichten. Schreitet die Tragzeit voran, wird die Dame ganz von selbst gemütlicher werden. Hör auf sie und passe dich an! Wenn sie möchte, soll sie ihre Bewegung bekommen, aber dränge sie auch nicht.

Wir ähneln uns in so vielen Dingen

Wie du siehst, es ist alles halb so schlimm – die Natur weiß schon, was sie tut. Eins noch: Nimm es Emma gerade in den letzten Wochen nicht krumm, wenn die sonst so reinliche Dame ein paar Tropfen Urin verliert. Die Welpen drücken natürlich auch auf die Blase. Ich bin mir sicher, du wirst viel Freude auch während der Tragzeit haben! Genau wie wir Menschen verändern die meisten Hündinnen ihr Verhalten während der Schwangerschaft, werden oft noch anschmiegsamer und eignen sich regelrecht schrullige Angewohnheiten an. Ich sage dir, es macht Spaß, dabei zu sein.

Hier meine Ultraschall-Quelle 😉

http://www.vetcontact.com/de/art.php?a=2135&t=