Ich finde es immer wieder erstaunlich mit anzusehen, wie fix Welpen sich nach ihrer Geburt entwickeln. Sehr schnell sind lebenswichtige Körperfunktionen da. Auf der anderen Seite dauert es ein, bei manchen Rassen sogar zwei Jahre, ehe die Kleinen ausgewachsen sind. Ich sage bewusst ausgewachsen, denn erwachsen werden sie nie 😉

Das ist eine Folge der Domestikation. Der Hund wird nie so „reif“ wie ein Wolf. Auch sein großer, nahezu kindlicher Spieltrieb bleibt ihm bis ins hohe Alter erhalten. 

Wärme für alle!

Trotzdem. Welpen entwickeln sich sehr schnell. In der ersten Zeit können sie nicht einmal ihre eigene Körpertemperatur halten. Sie sind abhängig von externer Wärmezufuhr. Ob Geschwister, Mutter oder Rotlichtlampe – die Suche nach Wärme gehört zu den ersten Dingen, die ein Hund in seinem Leben macht.

Ich will noch nicht aufstehen!

Blind und taub, da würde nicht mal ein Besuch im Disneyland Spaß machen. Da würde ich auch nur pennen. Genau das machen die Lütten auch zu 90% des Tages.

Als Kind habe ich mich gefragt, ob sie nicht vielleicht heimlich wach sind. Schließlich können sie ihre Augen ja nicht öffnen, wer weiß also schon, ob sie brav schlafen? Das muss doch total langweilig sein!

Nein, die Winzlinge schlafen tatsächlich. Dafür gehen unter den geschlossenen Lidern Veränderungen vor sich, um alles für die große Augeneröffnung vorzubereiten. Das geht nicht über Nacht, sondern ist ein ganz, ganz allmählicher Prozess.

Kulinarische Offenbarungen

Zähne gibt’s natürlich auch noch keine. Die (verflucht spitzen) Vampirbeißerchen kommen erst ab der 3. Woche durch. Überhaupt ist das kulinarische Angebot in der ersten Zeit noch sehr begrenzt. Milch, das ist alles. Für was sollte sich der Darm da die Mühe machen? Die Verdauung funktioniert zu Beginn des Hundelebens praktisch gar nicht. Ohne die Hilfe von Mamas Massagezunge würde da gar nichts gehen! (Auch hier habe ich mich als Stöpsel bei unserem allerersten Wurf gefragt: „Was passiert eigentlich, wenn Erra mal keinen Bock hat? Platzen die Kleinen dann …?“)

Im Vergleich zu Kuh- enthält Hundemilch übrigens wesentlich weniger Kohlenhydrate. Warum ist das so? Hat es vielleicht etwas damit zu tun, dass der Hund Fleischfresser ist? Da die Milcharten sich so unterschiedlich zusammensetzen, ist es auch sehr schlecht, Hundebabies mit Kuhmilch zu füttern. Falls nötig, lieber spezielle Welpenmilch nehmen. Manch ein Züchter schwört auch auf Ziegenmilch … Ich muss mich da mal schlau machen.

Was der Alptraum eines jeden Models ist, ist des Welpen Segen: Innerhalb von nur etwa 10 Tagen verdoppeln die Kleinen ihr Körpergewicht. Ich finde, dann beginnen sie auch mehr und mehr nach „Hund“ auszusehen 😉 Ab der zweiten Woche öffnen sich auch langsam die Ohren. Dann kann der Spaß beginnen … Es war viel zu lange ruhig in der Wurfkiste 😉