Es ist ein Schockmoment, der sich ins Gedächtnis einbrennt – eben noch hast du gemütlich beim Kaffee gesessen, jetzt soll es noch ein kleiner Verdauungsspaziergang sein. Sinn macht das natürlich nur mit vierbeiniger Begleitung! Also rufst du nach Kira, die draußen eine Siesta in der Sonne macht – oder? Als auch auf dein zweites Rufen keine Reaktion kommt, wirst du misstrauisch. Der Blick in die Gartenecke hinter dem Geräteschuppen gibt dann die schockierende Auflösung: Kira und Strolch, der Kumpel von nebenan, sind seit Neuestem siamesische Zwillinge!

Ob Strolch nun tatsächlich der nette Nachbar oder doch der Dorfstreuner ist, spielt keine Rolle – Fakt ist, diese Hochzeit passt dir gar nicht in den Kram! Schon malst du dir aus, wie Kira bald von zehn lustigen Quietschern umwuselt wird – und du am Ende Chef eines ganzen Hunderudels bist, das du nicht versorgen kannst. „Die Tierheime sind voll genug!„, belehrt dich deine Mutter. „Tja, so ist das, wenn man nicht aufpasst!„, belächelt dich die Oma. Und dein Kumpel meint: „Ich würde ja gerne einen nehmen, aber du weißt doch, ich wohne im Block!“ Und du denkst dir: Warum nimmt mein Hund nicht die Pille?!

Nun, du kannst es leider nicht mehr ändern: das Kind ist in den Brunnen gefallen. Vielleicht ist deine Hündin zu jung oder zu alt, vielleicht auch krank (was auch auf den Rüden zutreffen kann) – auf jeden Fall möchtest du verhindern, dass sie den Wurf austrägt. Was kannst du nun aber tun, um deinem Spiegelbild weiter in die Augen blicken zu können – ohne Welpenfutterklau im örtlichen Zoohandel?

Es gibt Schlimmeres …boxer-dogs-1321200_1280

Zuerst einmal: Ruhe bewahren! So etwas kann immer passieren, ob durch einen dummen Zufall oder nicht. Hey, schließlich wollen auch Hunde mal ihren Spaß haben 😉 Außerdem leben wir in einer Zeit, in der inzwischen nicht nur die medizinische Versorgung für Menschen, sondern auch für Tiere auf einem sehr guten Stand ist. Alles wird gut!

Am sichersten: die „Spritze danach“

Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten: den Wurf austragen zu lassen oder nicht. Zu einem solch frühen Zeitpunkt ist ein Trächtigkeitsabbruch meiner Meinung nach die beste Wahl, denn er erspart dir eine Menge Ärger und den ungeborenen Welpen die Aussicht, kein gutes zu Hause zu finden. Die sicherste Methode ist hier der Gang zum Tierarzt, der deiner Hündin die „Spritze danach“ verabreichen wird. Es wird auf bis zu 3 Stück hinauslaufen, jede zu je 20 Euro.

Kein Weg zurück: Die Kastration

Eine weitere Möglichkeit wäre, deine Hündin bis zum 40. Tag der Schwangerschaft kastrieren zu lassen. Danach wird die Gebärmutter zu stark durchblutet, sodass es dann zu Komplikationen kommen kann. Für alle, deren Hündin zu einem späteren Zeitpunkt nochmal Mutter werden soll, ist das jedoch keine Option …

Hormon gegen Hormon

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Die Gabe von Antihormonen, die das Einnisten der Föten in die Gebärmutter verhindern, ist bis zum 45. Tag möglich. Zu einem sehr geringen Prozentsatz besteht jedoch noch die Möglichkeit, dass einzelne Welpen hartnäckig bleiben und trotzdem ausgetragen werden.

Theoretisch ist bis zu drei Tage nach dem One-Night-Stand auch noch die Verabreichung von Östrogenen denkbar. Hier ist jedoch das Risiko für die Hündin, eine Gebärmuttervereiterung oder Knochenmarksschädigungen davonzutragen, recht groß.

Oder aber … ?

Zu guter Letzt bleibt noch die Möglichkeit, die Welpen doch austragen zu lassen und die Aufgabe zu übernehmen, liebevolle Besitzer für sie zu finden. Solltest du dir da nicht hundertprozentig sicher sein, verhindere bitte, dass es so weit kommt. Nichts ist schlimmer als ein ungeliebter Hund.

Übrigens:

Ich hab schon die krassesten Geschichten gehört, wenn es um den Abbruch einer ungewollten Trächtigkeit ging. So unglaublich es klingen mag, aber einige Leute verprügeln Hündin und Rüden nach dem Deckakt – oft sogar noch während des Hängens. Ebenso gibt es solche, die ihre Hündin im Anschluss unterschiedlichsten Formen des Stresses aussetzen: Harte Arbeit, Futterentzug, Kontaktentzug oder Schläge sollen den Körper der Hündin in so großen Stress versetzen, dass die Welpen abgestoßen werden, weil sie eine zu große Zusatzbelastung wären.

Andere Tierquäler setzen ihre Hunde speziellen Stresssituationen aus: Zum Beispiel machen sie hartes Training mit Zwang und Kettenhalsung oder vergiften ihre Tiere leicht, um den Körper zum Abstoßen der Föten zu zwingen (und das auch noch unter der Behauptung, es sei natürlich!!!). Es gibt die schlimmsten Horrorgeschichten von Leuten, denen ihr Hund nicht einmal die Fahrt zum Tierarzt wert ist.

Zu diesen Leuten zählen wir zum Glück nicht – schade, dass es sie trotzdem noch immer zu geben scheint, wenn man Dokus, Videos und Berichten glauben mag. Auch „natürliche“ Verhütungs- und Schwangerschaftsabbruchsmethoden kursieren in der Hundewelt. Diese Methoden kann man bestenfalls als unsicher bis wirkungslos, schlimmstenfalls als lebensgefährlich einstufen. Also seht bitte auch von der Gabe „schonender“ Salbeitees, Petersilienextrakte und ähnlicher Dinge ab, so lange dies nicht unter tierärztlicher Aufsicht geschieht; das Risiko wäre zu groß.

Von hier habe ich ein paar meiner Infos:

http://www.mein-hund.de/Schwangerschaftsabbruch_bei_Hunden