Hast du dich beim Lesen des Titels gefragt: „Hat die schlecht geschlafen …“ ? Hab wirklich nicht so gut geschlafen. Aber das hat mit diesem Beitrag nichts zu tun 😉

Der Streit

Mir ist der Gedanke vor ein paar Tagen gekommen, als ich einen Streit zwischen der Besitzerin eines Boxer-Mischlings und dem Herrchen eines Schäferhundes mitbekommen habe. Warum gibt es zwischen den beiden … ich nenne sie mal „Lagern“ eigentlich oft so viel Streit? Das Mischlings-Frauchen hat sich über Zuchthunde-Krankheiten ausgelassen und über die abfallenden Hüften bei Schäferhunden (von denen ich genauso wenig halte wie viele Schäferhund-Züchter, aber das an anderer Stelle). Das Schäfer-Herrchen rotzte zurück: „Da dürfen Sie sich bei Ihrer Promenadenmischung ja noch mehr Sorgen machen! In dem stecken nicht nur eine, sondern viele Rassen, deren Krankheiten er geerbt hat!“ Ich hab keine Lust, den Streit in diesem Artikel fortzuführen. Aber er hat mich auf einen Gedanken gebracht.

Zunächst gab es nur „Schläge“

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Freundschaft seit Jahrtausenden

Wir Menschen domestizierten den Wolf nachweislich vor mindestens 40.000 Jahren (G. Larson et al). Von Anfang an pflanzten sich in unserer Obhut nur jene Tiere fort, die sich am besten in die Gemeinschaft integrierten und sich zur Jagd/als Wächter eigneten. Später lenkten wir die Fortpflanzung dann gezielt in Richtung anderer Eigenschaften, sodass einzelne Schläge entstanden.

Wie haben sich diese Schläge also entwickelt?

Durch die Vermischung unterschiedlicher Elternteile, die noch weit davon entfernt waren, irgendeiner Rasse anzugehören. Besonders deutlich wird das Ganze, wenn man die Geschichte einzelner Rassen betrachtet. So entstand zum Beispiel unser Deutsch-Kurzhaar aus Pointer, English Foxhound, Spanischer Bracke und Bloodhound! Oder der berühmte Dobermann: Stammhündin ist „Schnuppe“, eine bunte Mischung unterschiedlichster Elternteile, die Nachwuchs mit einem „Fleischerhund“ hatte. Hinzu kamen der Greyhound sowie verschiedene Pinscher- und Jagdhunderassen (All dies nachzulesen selbst bei Wiki-pedia). Wenn das mal kein Mischling ist!

„Hunderassen“ im engeren Sinne gibt es erst seit Kurzem

Bis vor wenigen hundert Jahren gab es übrigens sowie kaum richtige Rassen (und schon gar keine geregelten „Standards“), sondern nur Schläge und schwammige Begriffe wie beispielsweise den „Fleischerhund“. Soll eine neue Rasse herausgezüchtet werden, so geschieht dies meistens aus einer Kreuzung unterschiedliche Elternrassen! Heraus kommt ein Mischling – nur, dass dieser nach einiger Zeit eine neue Bezeichnung erhält, natürlich ist das jetzt überspitzt ausgedrückt.

Neue Rassen und Zuchtversuche

Ein Beispiel wäre der germanische Bärenhund, eine Rückzüchtung auf den germanischen Urhund, der seinen Ursprung in einem Fehlwurf eines Bernhardiners und eines Hirtenhundes hat. In einzelnen Fällen werden übrigens auch in bestehende Rassen noch andere Rassen eingekreuzt. So kreuzte Deutsch-Langhaar vor nicht allzu langer Zeit Deutsch-Kurzhaar zur Vermeidung von Inzuchtdepressionen ein. Und aus Mischlingen wurden per menschlichem Beschluss reinrassige Deutsch-Langhaar 🙂

Wie denkt ihr darüber? Eure Meinung würde mich sehr interessieren!

Links:

Germanische Bärenhunde: http://www.baerenhunde.de/rassestandards.html

Zuchtversuch Deutsch-Langhaar: http://www.sueddeutscher-club-langhaar.de