Mastitis? Wonach klingt das für dich? Als ich den Begriff zum ersten Mal hörte, dachte ich sofort an „Mästen“. Was für eine komische Krankheit sollte das denn sein? Du lachst vielleicht, aber meine erste Eingebung war wirklich, dass es etwas mit Überfüttern zu tun hat.

Für viele Hunde und deren liebende – Leckerchen gebende^^ – Familien bestimmt keine so abwegige Vorstellung. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Entzündung des Gesäuges, mit der nicht zu spaßen ist.

Mastitis ist weit verbreitet

Mastitis kann bei allen weiblichen Säugetierarten vorkommen, auch beim Menschen. Besonders verbreitet ist sie bei hochgezüchteten Milchkühen, die durch ihre riesige Milchleistung davon betroffen sind.

Bei unseren Hunden stellt sich die Entzündung vor allem unter säugenden Hündinnen ein, wenn sich eine oder mehrere Milchdrüsen entzünden. Dabei dringen die bakteriellen Erreger in winzige Hautverletzungen ein, die zum Beispiel durch die Krallen der Welpen verursacht werden. Aber auch ein Milchstau, beispielsweise bei sehr kleinen Würfen oder wenn die Kleinen nicht genügend trinken, kann eine Ursache sein.

Warten macht es nur schlimmer

Wenn du bei deiner Hündin eine Rötung und ein schmerzhaftes Anschwellen der Milchdrüsen bemerkst, handle so schnell wie möglich! Ganz sicher kannst du dir sein, wenn sie ihre Welpen merklich seltener säugt, bis sie es vor Schmerz schließlich gar nicht mehr erträgt. Bis dahin warst du aber hoffentlich schon zum Tierarzt.

Stelle dich auf hohes Fieber ein – bis zu 41 °C können es schon werden und das ist lebensgefährlich. Eine solch schwere Verlaufsform kommt zwar nicht immer vor, aber wenn sie kommt, kommt es dicke. Die Hündin muss unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden, der Antibiotika gibt und im Zweifelsfall auch chirurgisch eingreift.

Es kann passieren, dass ganze Milchleisten entfernt werden müssen. Vielleicht treten eitrige Abszesse auf, die vom Tierarzt aufgeschnitten werden; neben den Antibiotika wird er natürlich auch Schmerzmittel geben.

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Mutter und Kinder trennen

Sobald du die ersten Anzeichen bemerkst, achte unbedingt darauf, dass die Welpen nicht mehr bei Mama saugen. Die in der Milch enthaltenen Bakterien können in den jungen Körpern schnell zu einer Blutvergiftung führen. Hab sicherheitshalber immer Welpenmilch (zum Anrühren) vorrätig und füttere im Zweifelsfall mit der Flasche. Besser eine Portion zu viel Vorsicht, als dass du die Kleinen verlierst.

Meistens geht es glimpflich aus

Zuerst die gute Nachricht: In der Regel ist die Prognose bei der Mastitis gut und die Krankheit heilt – frühzeitige Gegenmaßnahmen vorausgesetzt – schnell ab. Besonders in schweren Fällen musst du dich aber darauf einstellen, dass deine Hündin lange „krankgeschrieben“ bleibt.

Falls sie operiert wird (und das kann durchaus mehrmals der Fall sein), wird sie sogar über mehrere Tage stationär aufgenommen. Sei darauf vorbereitet. Am besten wäre natürlich eine Amme oder ein freundliches Familienmitglied, das sich um die Kleinen kümmert. In unserem Hunderudel beteiligen sich alle wie selbstverständlich an der Welpenaufzucht – das ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine große Erleichterung.

Wie kannst du nun vorbeugen? Prinzipiell kannst du nie vollkommen sicher vor einer Mastitis sein.

Aber du kannst das Risiko minimieren: Schneide den kleinen Schietern ab Woche 2 die Krallen ein Stückchen kürzer, um Kratzverletzungen am Gesäuge zu verringern. Außerdem kannst du darauf achten, die Kleinen an unterschiedliche Zitzen anzulegen. So können diese gleichmäßig entleert werden und ein Milchstau kommt gar nicht erst auf.

Habt ihr schon Erfahrungen mit Mastitis gemacht oder mehr Tipps zur Vorbeugung parat? Dann ran an die Tastatur und schreibt in die Kommentare 🙂

Von hier habe ich mir ein paar Infos geholt 🙂